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Weltklassespieler Mariusz Gadek aka [FEI] Jarema im Interview mit C2net
"Die Todsünde ist passives Verhalten!"
>>Aufbaustrategie von Jarema<<
Niemals aufgeben sich zu entwickeln!/Und das Geheimnis ist: Ausprobieren, experimentieren, auch die letzten Details suchen
Manchmal möchte man schon verzweifeln: Man ist ja auch schon lang dabei, hat nicht an Zeit oder Hardware gespart - und dann trifft man im Online-Rating wieder auf so nen Kerl, der, so scheints, doppelt so schnell aufbaut, als würden sich seine Bauern nie den Schweiß abwischen, seine Kasernen drei Mann ausspucken, wo unsere einen schaffen. Zauberei? Oder Schlimmeres, unter RTS-Zockern? Wir wollten's endlich mal genau wissen, und haben für Euch einen Weltklassespieler zum tabulosen Interview gebeten - manche sind auch versucht zu sagen, DEN weltbesten Cossacken; aber es müssen ja nicht immer Superlative sein, die Spitze ist eng, und dazuzugehören schon alle Ehre. Doch zu den 10, eher noch 5 weltbesten Spielern gehört Marius Gadek sicher, und bekannt ist er uns allen als [FEI] Jarema, monatelang Führender in der C2-Weltrangliste, erster Liga-Sieger auf C2net, nach einigen Wochen bis zu seiner langen Arbeit am Patch 1.2 nochmals an der Spitze der Weltrangliste mit 1260 Punkten bei 500 Siegen, und in der zweiten Ligasaison in allen Ehren Zweiter im Finalspiel mit "seinen" Russen gegen Ägypten, kommandiert von [IG]Hippolit-Pascha ;-) Auch in den zweiten EPO gelang ihm der Einzug ins Finale, schlussendlich nur geschlagen - selbst schon sehr engagiert in der Arbeit an Patch 1.2 - von [RUKA]Partizan.
Hier nun viele sehr persönliche Anmerkungen, manche grundsätzliche Überlegung, oft gut versteckt aber auch viele ganz entscheidende Tipps. Viel Spaß mit den Gedankengängen eines Großmeisters der RTS!
C2net: Jarema, Karten auf den Tisch ;-), was ist Dein Erfolgsgeheimnis?
Jarema: "Allgemein gesagt: Die Wirtschaft muss genau überlegt sein, und dann die Taktik in der Einheitenführung und die generelle Strategie auf dieser konkreten Karte, das muss überlegt sein. Das muss auch trainiert sein, es geht um jede Sekunde!"
So lauten die recht allgemeinen Prinzipien, doch schon die erste Nachfrage bringt auch ganz Griffiges ans Tageslicht: "Entscheidend ist auch Aufklärung, und gerade dazu muss man die Mini-Map ständig im Auge behalten". Doch wirklich zum konstanten Erfolg führen mehr Einstellungsfragen, meint der 41-jährige Computerprogrammierer, der offenbar hier auch einmal mehr seine Lebensmaximen verwirklicht: "Man muss vor allem rückhaltlos Erfahrung sammeln, den Ehrgeiz haben, bis zu den Top vorzudringen ... und ... vor allem ... man muss von dem Spiel begeistert sein!" Sonst hält man wohl die vielen - notwendigen - Niederlagen und das lange Training nicht durch. Man mag es kaum glauben, aber der Familienvater, gesegnet mit "einem süßen kleinen Engel als Tochter", spielt neben Familie und Berufstätigkeit fast noch mehr offline als in der Shell!
Jarema: "Mathematik und logisches Denken waren schon immer meine Lieblingsfächer in der Schule, aber es spielt wenig Rolle bei meinen Cossacks-"Erfolgen. Das habe ich eher bei MODs eingesetzt, um ein Spiel besser auszubalancieren. Gutes Spiel selbst kommt dank anderer Dinge: Ich analysiere sehr genau die Nationen und Einheiten, experimentiere im Singleplayer oder im Editor stundenlang und habe keine Angst, es dann im Spiel einzusetzen. Dabei versuche ich mich immer wieder zu verbessern. Vor allem lerne ich sehr viel aus Niederlagen - ich analysiere fast jedes gespielte Spiel und suche nach meinen Fehlern, die ich ständig versuche abzuschalten - ich denke, das ist das Wichtigste um gut zu spielen."
Das Wichtigste, ja, wird wohl so sein. Gibt's aber noch andere Punkte, um so stark zu spielen, grübelt der Beobachter. Was waren seine Schulen, die Berufsausbildung, spielt technisches Verständnis für die Abläufe im PC eine Rolle? Oder gar der Wehrdienst, muss man ausgebildeter Offizier sein, um in den richtigen Bahnen zu denken?
Jarema: "Kurz gesagt habe es bis zum Abitur in technischen Bereich geschafft (in Polen war das ein wenig anders als in Deutschland) aber auch nicht in üblicher Weise: 1980, die Wende in Polen hat mich ziemlich hart aus der Lebensbahn geworfen und so habe ich mit 16 angefangen zu jobben und nebenbei die Schule gemacht. Zwischendurch habe ich meinen Militär-Ersatzdienst in einem Frauenkrankenhaus (lol für das FKH, und stolz darauf, nicht bei den Kommunisten gedient zu haben) verbracht und danach ging ich 1987 nach Deutschland. Dort habe ich im Laufe der Zeit angefangen Informatik auf eine Privatschule zu studieren (da ich mir inzwischen selbst Programmieren beigebracht habe), habe aber ziemlich schnell abgebrochen - ich war einfach zu gut (*lach*) und habe ich einen viel versprechenden Job bei einer Stuttgarter Firma bekommen - Geld war einfach zu verlockend als das ich Schulbank drücken würde ;)
Damit sind auch die Fragen beantwortet ;) - kein Militärdienst der mir bei Cossacks helfen würde ;) und Beruf ist auch nicht schwer zu erraten: Programmierer, heute stolze Miteigentümer von der Stuttgarter Software-Firma."
Das Interview mit Jarema ist uns also auch gleich Anlass, einen Blick auf Polen zur Zeit Napoleons zu werfen - nicht immer nur eine Geschichte über den berechtigten Kampf um die Freiheit: Von 1802 bis 1803 wurden 5280 Polen der Polnischen Legion auch nach Haiti geschickt. Von diesen kehrten lediglich etwa 300 zurück - fast alles Offiziere. Einige hundert Deserteure waren in Haiti geblieben - übergelaufen, was von den ehemaligen Sklaven damit anerkannt wurde, dass heute noch jeder Pole ein recht auf Einbürgerung in Haiti hat. Über 4000 aber waren tot. Einige davon im Kampf gefallen, die meisten aber am Gelbfieber gestorben. Vom kläglichen Rest, der in britischer Gefangenschaft auf Jamaica dahinvegetierte, rekrutierten dann die Briten den größten Teil.
Fürst Józef Antoni Poniatowski, der militärische Führer des Herzogtums Warschau.
So hat sich der heute 41-jährige Computerfachmann also eine Lebensposition geschaffen, die ihn in vielfacher Hinsicht eigener Herr sein lässt. Da kann man sich bei guter Zeiteinteilung eben auch Zeit fürs Hobby nehmen. In der langen Zeit in Deutschland liegt übrigens auch das Geheimnis der ausgezeichneten Deutschkenntnisse, die Jarema immer gern gesehenen, immer auch selbst bei Noob-Fragen hilfreichen Gast in den Foren und besonders auf C2net sein lassen: "Ich habe 17 Jahre in Deutschland gelebt, nachdem ich 1987 aus Polen ausgewandert bin. Ich habe außer polnischer auch die deutsche Staatsangehörigkeit." Heute lebt Jarema wieder in Polen, in Breslau.
Zur Lebensposition gehört aber auch der Familienstand. Muss man als Weltklassespieler der RTS als Einsiedler leben, zurückgezogen in die Klausur der VR, der "virtuellen Realität", abseits des RL, des "Real Life"? Eindeutig nicht, der Mann steht mitten im Leben: "Ich bin verheiratet und habe einen kleinen süßen Engel als Tochter - übrigens mit meiner Frau haben wir uns dank Cossacks 1 kennen gelernt, in dem von mir organisierten und durchgeführten Wettbewerb "Cossacks Clans At War", - und der Anlass dafür war ein Streit zwischen uns *lach*."
C2net: Und zum Persönlichen gehört unter RT-Strategen noch besonders - welche Rolle spielt denn Dein Clan für Dich? Trainiert Ihr gemeinsam, hat der Clan also Anteil an Deinen Erfolgen, oder ist das mehr nur Spaß, dort dabei zu sein?
Jarema: "Der Clan hat für mich eine sehr, sehr große Rolle gespielt. Sowohl bei Cossacks 1 wie bei Cossacks 2. Wir haben sehr viel trainiert, noch mehr über Taktiken, Aufbau, Strategien diskutiert und gemeinsam sehr viele schöne und harte Wettbewerbe mitgemacht. Leider hat sich das bei Cossacks 2 nicht weiter fortgesetzt. Nach dem anfänglichen starken Start und sehr hohen Spieldurst von unseren FEI - Clan, sind jetzt nur noch sehr, sehr weniger Spieler da, die aktiv Cossacks 2 spielen."
Durch die Niederlage der polnisch-französischen Allianz in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 war Polens Schicksal besiegelt; auf dem Bild Fürst Józef Antoni Poniatowski mit "Empereur" Napoleon während der Schlacht (Gemälde von January Suchodolski, 19. Jh., hier aus Wikipedia).
Die napoleonischen Ereignisse in Polen waren gar kein Zeichen einer eigenen Ära, sondern Teil eines langen, immer wieder verlorenen Kampfes um die nationale Freiheit. In Napoleon hatte man nur aus verschiedensten Gründen endlich einen starken Verbündeten gefunden. Doch schon zuvor, im Jahr 1793 brach ein nationaler Aufstand aus, der von dem Offizier Tadeusz Kosciuszko angeführt wurde, der Jahrzehnte zuvor erfolgreich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatte. Zum ersten Mal handelte es sich um einen echten Volksaufstand. Kosciuszko proklamierte sich selbst zum Diktator und hoffte auf auswärtige Hilfe. Die Kämpfe, die von wenigen Soldaten und einem Heer mit umgeschmiedeten Sensen bewaffneter Bauern geführt wurden, waren zunächst unerwartet erfolgreich, etwa in der "Schlacht von Raclawice" bei Krakau; schließlich musste man aber der militärischen Übermacht von Preußen und Russen weichen. In der "Schlacht von Maciejowice" bei Warschau, unterlag im Oktober 1794 das Hauptaufgebot mit Kosciuszko an der Spitze, den man schwer verwundet gefangen nahm.
Mit der folgenden dritten Teilung - in der besonders deutlich wurde, worum es den räuberischen Großmächten wirklich gegangen ist -, in der Russland alle litauischen und ruthenischen Gebiete östlich von Bug und Memel, Österreich das restliche Kleinpolen mit Krakau und Preußen das restliche Masowien mit Warschau und Teile Litauens erhielt, war der polnisch-litauische Staat, für über 100 Jahre von der europäischen Landkarte verschwunden, während der letzte Souverän der Rzeczpospolita, König Stanislaus August Poniatowski, nach erzwungener Abdankung durch die Okkupanten, bereits nach 3 Jahren in russischer Geiselhaft unerwartet am 12. Februar 1798 in Sankt Petersburg verstarb. Für viele Polen, offenbar auch für Jarema, ist all das nicht vergessen: Man macht heute kein Politikum mehr aus diesen Ereignissen, aber man hat auch nicht vergessen, wie es ist, ausländischen Diktaturen hilflos ausgeliefert zu sein, und bleibt wachsam; ist auch bereit, anderen in ähnlicher Lage zu Hilfe zu kommen.
Doch Zeit abseits der RTS muss nicht nur für die Familie bleiben, auch andere Hobbys fordern ihre Rechte.
Jarema: "Mit Hobbys das ist ne lange, lange Liste ;) - angefangen von Musikmachen (ich spiele seit über 20 Jahre Gitarre inklusive Privatschule in Offenbach, mit allem was dazu gehört: Proben, Bands, Konzerte, usw. - leider ohne Platte 9 ), über Pool-Billard (Oberliga in Deutschland für kurze Zeit, und stolzer Backnanger Vize-Stadtmeister in 9-Ball *lach*) um nur die größten zu nennen -sonst lese ich unheimlich gerne, Kino, gutes Essen und ein wenig Luxus wenn ich es mir leisten kann: mit guten schottischen Getränk und Kubaner unter Freunden." Reisen? "Im Ausland war ich nicht sehr oft, aber auch nicht selten - USA bei meinem Bruder der dort lebt, sonst das übliche, Urlauber-Länder: Holland, Italien, Österreich, Schweiz, Frankreich, usw., usw. ... nichts aufregendes."
C2net: Doch wir "spielen hier Krieg", lassen schwer bewaffnete Einheiten aufeinander los, die Kanonen donnern, Männer fallen. Hat man dazu eine entspannte Sicht der Dinge, noch dazu als Zivildiener, der einem totalitären Staat den Militärdienst verweigert hat? Besteht bei Dir besonderes Interesse für Geschichte, für Politik? Wie ist denn Dein Standpunkt zu privatem Waffenbesitz? Kann Krieg politische Probleme lösen?
Jarema: "Ja, für Geschichte habe ich mich schon immer interessiert, vor allem für die ganz großen Menschen. Politik? - nicht mehr als jeder anderer Mann: - die sind eh alle doof und ich weiß es besser... IMMER :D.
Ehrlich gesagt habe nie so ganz intensiv darüber nachgedacht. Ich finde im heutigen Leben braucht man keine Waffe. In ganzen denke ich, es wäre nicht gut wen es erlaubt wäre - die meisten Angriffe passieren aus Angst und das könnte zu vielen unnötigen schlimmen Tragödien führen.
Die zweite Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich würde eher zu einen "Nein" neigen. Es ist aber halt ein Teil des menschlichen Wesens und das Gesetz der Natur, sonst würde kein Kriegstreiber es schaffen, die Menschen zum Krieg zu bewegen. Man kann ein Kriegsgegner sein, aber seien wir mal ehrlich - wie oft in Leben wollte man jemandem "die Fresse polieren" weil man sauer geworden ist? - was noch, wenn man denkt die Familie oder die "Nation" oder man selbst ist in Gefahr? Hoffentlich verlieren wir das irgendwann aus den Genen, aber wenn dann die Marsmännchen kommen? *lach*
Ich bin natürlich total gegen Krieg überhaupt, aber so was könnte es nur dann geben, wenn alle wirklich gleichstark wären und keiner es überleben würde - der "Kalte Krieg" hat es am besten gezeigt."
Die Polen in den Heeren Napoleons wussten, wofür sie kämpften - und das sie ohne die Franzosen wieder chancenlos sein würden. Die polnischen Ulanen, der Gardekavallerie zugeteilt, führte der Krieg durch ganz Europa, auch nach Spanien.
C2net: Mal zu ganz persönlichen Fragen, so den bunten Eindrücken von einer Persönlichkeit, die man normalerweise nur anonym online "treffen" kann. Hast Du ein persönliches Vorbild? Auch jemanden aus der Geschichte? Dein Lieblingsbuch? Lieblingsmusik? Lieblingsspeise?
Jarema: "Ich hatte ein paar Vorbilder und alle aus meiner Umgebung. Ich hatte das Glück, ein paar sehr starke Persönlichkeiten kennen zu lernen, die mir das wesentliche gezeigt haben: einen Traum zu haben und alles daran zu setzen, es zu verwirklichen, und vor allem niemals aufzugeben sich zu Entwickeln :.
Lieblingsmusik? - Ich höre und spiele unheimlich gerne Blues sonst alle gute Bands die einen tollen Gitarristen haben mit ein paar Ausnahmen wie irisches Band Clanned die einfach super Musik machen.
Lieblingsbuch? Hmmm... ich habe sehr viele gelesen die wirklich gut waren aber es gibt zwei die ich immer wieder lese: Trilogie von Nobellaureat Henryk Sienkiewicz (3-Teiliges Nationalepos in Zeiten von Cossacks 1) und Herr der Ringe :. Neulich könnte man auch Harry Potter nennen - "lol", ja, ich mag diese Bücher und bewundere J.K.Rowling für das was Sie erschaffen hat.
Absolute Lieblingsspeise: polnische "Pierogi" und schwäbische Spätzle *lach* aber auch Pizza (Berufsessen) und chinesisches Essen.
C2net: Und wie ist es denn bei Dir zu all dem gekommen, wann hat die "Sucht" eingesetzt? Wie bist Du zu C2 gekommen? Welche Spiele waren vorher Schwerpunkt? Wie viele Stunden pro Woche spielst Du? Wie viel davon C2?
Jarema: "Das ist ne lange Geschichte. Seit ich mal zufällig an die Seite von Cossacks 1 geraten bin, fieberte ich diesen Spiel entgegen - ein Spiel in den Zeiten von meinem Lieblingsbuch und dazu noch mit Polen und Hussaria - da war ich sofort verliebt ;).
So spielte ich den ersten Teil und mein Leben hat sich irgendwie stark um Cossacks konzentriert. Der Clan "FEI" mit super Leuten aus ganzen Welt (wir haben uns bereits mehrmals getroffen), dann die Wettbewerbe, meine Frau kennengelernt, MODs, usw. - das war schon ziemlich intensiv. Da ist natürlich klar dass ich auch den zweiten Teil unbedingt haben musste: endlich mal ein Spiel in Napoleons Zeiten - einer meiner Lieblingskriegsherren aus der Geschichte."
Welche Nation spielst Du bevorzugt? Welche Nationen spielst Du überhaupt? Manche gar nicht? Warum?
Jarema: "Die, die man meiner Meinung nach am erfolgreichsten spielen kann. Zuerst war mir klar, dass Kavallerie in Cossacks 2 die entscheidende Rolle spielen wird. Somit habe ich mich mit Preußen versucht. Gleichzeitig habe ich aber auch andere Nationen ausprobiert und so bin ich zu Überzeugung gekommen, dass Russen eine Nation ist, die selbst viele Taktiken und Strategien erlaubt und eine Antwort auf alles, was die andere Nationen einsetzen können, bietet. Bei Russland bin ich am längsten geblieben und bis zum 1. Platz in der Rangliste vorgedrungen. Zurzeit spiele ich eigentlich alles gerne, aber am meisten England, Ägypten und Österreich. Dagegen spiele ich fast nie Preußen, weil die Nation nach dem Patch 1.1 kaum Chancen auf Sieg bietet."
C2net: Trainierst Du Strategiespiele, oder passiert bei Dir alles mehr aus den Spielen selbst heraus? Hat Dein Aufbau eine bestimmte Abfolge?
Jarema: "Natürlich trainiere ich die Spiele - sogar mehr als ich online spiele und dazu gehört der guter planmäßiger Aufbau zu den wichtigsten Punkten überhaupt."
C2net: Wie ist Deine bevorzugte Zusammensetzung einer Armee?
Jarema: "Das kann man so nicht beantworten, da die Nationen sehr unterschiedlich sind. Ich finde nur schade, dass Kavallerie in Massen eine zu große Rolle spielt, denn der richtige Spaß bei Cossacks 2 kommt eigentlich durch die Infanterie :. Da es aber so ist, versuche ich meistens vor dem Gegner die entsprechende kritische Masse an Kavallerie zu bekommen (außer bei Ägypten, wo die kritische Masse mit Jatagankriegern erreicht wird).
Fürstin Maria Walewska, vielleicht die ehrlichste und größte Liebe des militärisch und menschlich geschlagenen, im kulturellen und vielfach politischen Sinn aber siegreichen Korsen.
C2net: Haben die ersten sechs bis zehn Minuten eines Spiels bei Dir eine bestimmte, eher gleichbleibende Abfolge?
Jarema: "Absolut ja - da muss jedes Handgriff sitzen ohne nachzudenken - bei jeder Nation und jeder Karte. Wobei natürlich auch hier, versuche ich mich ständig zu verbessern."
C2net: Was würdest Du nennen als die drei ausschlaggebendsten Gründe für Deine konstanten Erfolge? Und was ist noch wichtig, aber nicht so in erster Linie?
Jarema: "Das Überlegen von Wirtschaft+Taktik+Strategie und Training, Aufklärung + Minimap ständig in Auge zu behalten, Erfahrung!!! ... und ... von dem Spiel begeistert zu sein + den Ergeiz zu haben bis zu den Top vorzudringen."
Fürst Alexander Walewski, Sohn Napoleons mit Maria Walewska, der im weiteren 19. Jahrhundert eine ganz unglaubliche politische Karriere erlebt hat, sogar Vorsitzender der französischen Nationalversammlung wurde. Er persönlich gehört allerdings mehr der Zeit Naploens III. an - einer Zeit, aus der es schon erste Fotos gibt.
C2net: Was sind denn die drei häufigsten Fehler, die Du bei Partnern in der Shell beobachtest?
Jarema: "Meistens ist das mangelnde Übersicht/Aufklärung, schwache Wirtschaft, schlechte, unerfahrene Einheitenführung (Ermüdung der Einheiten!) und die größte Sünde - passives Verhalten."
C2net: Welche Rolle spielt Kavallerie bei Dir? Welche berittenen Einheiten bevorzugst Du?
Jarema: "Durch die Balance der Einheiten im Spiel bedingt eine sehr große Rolle - meistens ist die Kavallerie spielentscheidend (natürlich wenn es soweit kommt ;). ) und da leider die Masse am wichtigsten ist, baue ich meistens die billigste Kavallerie: Ulanen, Jäger oder Beduinen."
C2net: Wie gehst Du mit der Artillerie um?
Jarema: "Das war und ist die meist gefährlichste Einheit in Cossacks 2 - leider auch die meist unterschätzte... Ich versuche die so oft wie möglich einzusetzen und nicht nur um die Gebäuden zu zerstören. Die gefährlichste Waffe überhaupt gegen Russland ..."
C2net: Dein wichtigster Wunsch - die wichtigsten Wünsche - an die Weiterentwicklung des Spiels C2, an GSC und CDV? Welche Nation fehlt Dir am meisten? Welche Einheit zusätzlich wäre schön?
Jarema: "Das wichtigste wäre ein System 2 vs. 2 oder 3 vs. 3 bei Cossacks einzuführen - auch in der Ranking. Das würde, denke ich, das Spiel wieder ein wenig beleben. Ansonsten ein schon zum Teil erfüllter Wunsch: auch mal selber bei der Kossacks-Reihe selbst die Hand anzulegen und damit meinte ich kein MOD, sondern das Hauptspiel ;).
Unter den Nationen, die ich mir sehr wünschen würde, ist natürlich Polen : (die würde ich spielen selbst wenn es schwächer als momentan Preußen ist wäre :), aber auch Spanien, Italien und Osmanisches Reich."
C2net: Mancher dieser Wünsche ans Spiel ist ja schon in Erfüllung gegangen, manches könnte noch werden. Wäre schön so, sind sehr attraktive Ideen. Zurück zu Dir selbst: Dein größter Wunsch an die persönliche Zukunft?
Jarema: "Nur Tote träumen nicht und ich bin mit Sicherheit noch nicht tot :. Ich habe noch viele Träume oder eher gesagt Pläne (weil ich immer versuche meine Träume zu verwirklichen ;)) die meist aus Hobbys/Berufsleben stammen (z.B. ein RTS selbst zu machen *lach*) aber das allerwichtigste kann ich, denke ich, definieren: meine Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber zu erfüllen und meine Nachkommen zu erziehen und vor allen beobachten wie es sich entwickelt - nichts ist spannender und beantwortet zu gleich besser die Frage nach dem "was ist der Sinn meines Lebens" ;)."
C2net: Zu all dem wünschen wir Dir und Deiner Familie viel Glück!
Vielen Dank für das Interview!
Martin Walter aka MM Massa
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